12.02.2020: Warum ich nicht mehr bei facebook bin

Normalerweise findet ihr auf der Website eines Musikers einen Batzen Links zu facebook, youtube, Instagram usw.. 

Bis Mitte 2020 hatte ich auch ein Konto bei facebook. Dort habe ich recht fleißig gepostet zu allem, von dem ich mich mehr oder weniger betroffen fühlte; immer schön den Geräuschpegel hochgehalten in der Echokammer. 

Fleißig gepostet haben auch andere. Ich habe dann gemerkt, dass ich dadurch mehr über manche Leute erfahre, als ich eigentlich wissen will. Dieses permanente "seine-Meinung-kundtun" hält Einen irgendwie immer in einem emotionalen Ausnahmezustand. In allererster Linie geht es dabei natürlich um Aufmerksamkeit: Wer hat die krassere Meinung, wer die bessere Punchline, wer ist moralisch überlegener? Und das alles für eine Handvoll Likes. 

Das macht uns nicht zu besseren Menschen, hilft uns auch nicht, andere Menschen besser zu verstehen, rettet nicht die Welt, sondern frisst in erster Linie unsere Zeit. 

Mittlerweile halte ich z.B. facebook allerdings nicht nur für einen Zeitfresser, sondern bin erschrocken über den Einfluss, die diese sogenannten "sozialen Medien" Verschwörungstheoretikern und sonstigen Schlechtmenschen verleihen. Eben durch die gewollte Verkürzung der Kommunikation verlieren Viele alle Hemmungen. Die Kraft, die diese irrationalen Gegenwirklichkeiten entfalten, haben wir beispielhaft am 06. Januar 2021 in Washington gesehen.

Die Verbreitung von Lügen wird nicht konsequent unterbunden und niemand wird für das angerichtete politische Chaos (Brexit, Trump etc.) zur Verantwortung gezogen. Dieses Geschäftsmodell kann und will ich nicht durch meine "Mitgliedschaft" auch noch unterstützen und legitimieren.

So praktisch es ist, die Verwandtschaft in Australien kurz über den Messenger auf dem Laufenden zu halten. Letztendlich tut es auch die gute alte e-mail, selbst, wenn ich dann auf die Likes verzichten muss.